Joe Merino und Nachhaltigkeit

“Lieber nackt als nachgemacht” lautete der Slogan einer bekannten Kampagne für Wolle aus den 70er Jahren. Auch bei Joe folgen wir dieser Aussage.

Reinheit, Echtheit und Nachhaltigkeit bilden von Anfang an den Kern unserer Bestrebungen.

Woher kommt Joes Wolle?

Unsere Wolle kommt zum Großteil von Bauern aus Neuseeland und Australien, seltener auch aus Argentinien und Südafrika. Wir kaufen diese Wolle über einen renommierten deutschen Lieferanten: Südwolle. Südwolle bezieht seine Wolle nicht von Preisdrückern, denn Südwolle unterliegt ZQ.


Dieses von der New Zealand Merino Company ins Leben gerufen Programm verfolgt das Ziel, “to help people understand that their textile choices could be a reflection of their beliefs - you are what you wear and that Merino, done the right way, is a smart and sustainable choice.” Das ZQ-Programm garantiert, dass die Merinowolle den vier zentrale Werten von ZQ entspricht: Tierschutz, Umweltschutz, soziale Verträglichkeit sowie Wolle der besten Qualität. Der Großteil (stets mehr) der von Joe verwendeten Wolle entspricht bereits diesen Richtlinien. Unser erklärtes Ziel ist es, dass innerhalb von drei Jahren 100% der von uns verwendeten Wolle gemäß dieser Werte produziert wird. Mehr Information finden Sie auf den Webseiten von ZQ und Südwolle.

Wo wird Joes Wolle gesponnen?

Südwolle betreibt eigene Spinnereien in Europa und China. Diese Spinnereien bieten gute Arbeitsbedingungen und arbeiten äußerst verantwortungsbewusst: Beim Färben setzen sie das nachhaltigste Verfahren an und setzen dabei so wenig Chemikalien wie möglich ein. Darüber hinaus reduzieren sie ihren Wasserverbrauch Jahr für Jahr, indem sie ihr eigenes Abwasser wiederaufbereiten und erneut verwenden.


Joe ist selbst regelmäßig in den Spinnereien in China vor Ort. Das steigert das gegenseitige Vertrauen.

Wo werden Joes Pullover gestrickt?

Wir arbeiten für alle Pullover (flat knit) mit demselben Atelier in Shanghai zusammen. Der Inhaber dieses Ateliers hat seit einem Jahr auch selbst eine kleine Unternehmensbeteiligung bei Joe. Die Bedingungen in der Fabrik sind gut. Die Arbeitnehmer erhalten ca. 20% mehr Lohn als üblich. Die Arbeitsplätze sind gut beleuchtet, die Toiletten sauber und es gibt betrieblich bezahlte Mahlzeiten. All dies sorgt dafür, dass die Arbeitnehmer dem Atelier langfristig verbunden bleiben. Für Joe ist das gleichbedeutend mit einer Qualitätsgarantie: Denn Fachkompetenz setzt Zeit und Erfahrung voraus. Niemand profitiert, wenn laufend neue Arbeitnehmer beschäftigt und ausgebildet werden. Dasselbe gilt für das zweite Atelier, in dem die Shirts von Joe (circular knit) gefertigt werden. Fünf mal pro Jahr besuchen wir selbst die Ateliers und sehen uns dort vertrauensvoll und auch mit Stolz um. Joes Pullover werden auf vollautomatischen Maschinen gefertigt. Die Ärmel und der eventuelle Kragen werden in Handarbeit angestrickt. Das ist wahre Präzisionsarbeit! Danach werden die Pullover mit einem Minimum an Weichspüler und Chemikalien gewaschen. Anschließend werden die Pullover werden in einer Trockenkammer langsam auf Stangen getrocknet. Denn das führt zu einem deutlich schöneren Ergebnis als das Trocknen in einer Maschine.

Wie werden Joes Pullover transportiert?

Joe transportiert seine Pullover so oft wie möglich mit dem Schiff. Das ist nicht nur günstiger, sondern auch etwas weniger belastend für die Umwelt. Der Ehrlichkeit halber müssen wir aber gestehen, dass dies nicht immer möglich ist: Manchmal benötigen wir Waren sehr schnell, die dann schon mal im Frachtflugzeug geliefert werden.

Ist das Tragen von Joes Pullovern nachhaltig?

Ja. Das Tragen von Joes Pullovern kann aus unterschiedlichen Gründen als nachhaltig bezeichnet werden. Denn erstens ist ein Pullover von Joe nicht modeabhängig. Es handelt sich um einen zeitlos schicken Pullover, den man nicht nach nur einer Saison wegwirft. Aus eben diesem Grund gibt es bei Joe auch keinen Ausverkauf. Joe sorgt dafür, dass niemals zu viel produziert wird, denn Überproduktion führt häufig zu Dumpingpreisen, die schlussendlich der Umwelt teuer zu stehen kommen. Zweitens muss ein Wollpullover deutlich seltener gewaschen werden als andere Kleidung. Meist ist aushängen an der frischen Luft schon ausreichend. Das spart Energie und Wasser. Drittens hat Wolle eine ganz natürliche und ausgezeichnete Wärmeregulierung. Statt die Heizung höher zu drehen, können Sie auch einen Pullover von Joe anziehen. Und last but not least: Joe bietet einen kostenlosen Reparaturservice. Hat Ihr Pullover ein kleines Loch, muss er nicht auf den Müll, sondern wird von uns kostenlos und fachmännisch repariert.

Betreibt Joe Recycling?

Ja! Gemeinsam mit Bright Loops arbeitet Joe an einem Pullover, der aus Wollabfällen hergestellt wird. Diese Wollabfälle fallen durch z.B. durch Produktionsfehler, Retouren oder beschädigte Pullover an. Bright Loops lässt diese vermeintlichen Abfälle in einer Werkstatt für behinderte Menschen zunächst nach Farbe sortieren und reinigen, bevor sie aufgetrennt und schließlich zu neuem Garn verarbeitet werden. Der gesamte Prozess kommt gänzlich ohne zusätzliche Färbemittel oder Wasser aus. Dank der Kooperation mit Bright Loops landet unser Wollabfall nicht auf Müllbergen oder im Verbrennungsofen, sondern können wir noch im Laufe des Jahres einen besonders nachhaltigen Pullover in unsere Kollektion aufnehmen. Natürlich mit einem grünen Bändchen. Die niederländische Fernsehsendung Groen Licht (dt. Grünes Licht) berichtete am 10. April 2017 über dieses Projekt. Während der Aufnahmen wurden die Pullover von Joe Merino in einer Werkstatt für behinderte Menschen nach Farbe sortiert.

Auch mit Bwool haben wir ein nettes, gemeinsames Projekt. Bwool fertigt Babymützchen aus unseren Wollresten.

We care!

Durch das stetige Wachstums von Joe sind wir in der Lage, auch stets höhere Ansprüche an unsere Lieferanten zu stellen. Letztlich ist es unser Ziel, den gesamten Produktionsprozess mit Hilfe von Webcams für unsere Kunden einsichtig zu machen. So können Sie selbst sehen, wo die Schafe leben, wie sie geschoren werden und wo Ihre Wolle hergestellt wird. Wir verstecken uns nicht hinter käuflichen Zertifikaten, wie sie in der Textilbranche üblich sind. Wir wollen vollständig transparent sein. Denn darum geht es uns: Kein Verkaufsgeschwätz, sondern eine Herzensangelegenheit.